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Alles zu seiner Zeit


Herbstspaziergang, loslassen, reflektieren mit SWING Leben in Balance, Kurse mit Stefanie Kühner

Ich bin vom Hundespaziergang zurück. Sturm tobt, Blätter wirbeln durch die Luft, plötzlich fällt ein ganzer Ast zu Boden. Es ist Herbst. Die Blätter an den Bäumen haben sich verfärbt. Einige sind noch grün, viele gelb, manche braun und andere leuchtend rot. Wenn es nicht stürmt oder regnet, lassen die letzten Sonnenstrahlen alles in sanften Goldtönen erstrahlen, ganz so, als wollten sie nochmal sagen: Schau her, die Natur, sie ist ein Geschenk, kostbar, unbezahlbar, aber auch vergänglich. Ich liebe es, durchs Laub zu rascheln, Blätter wirbeln auf und unser Hund versucht sie zu fangen. Ich bin glücklich, genieße den Moment, lebe im Hier und Jetzt, bin ganz bei mir zu Hause. Ich denke nicht an all die Mails, die zu beantworten sind, die Kursstunde, die ich nochmal überarbeiten wollte, die Werbung, die verteilt werden muss. Losgelassen, ausgelassen, voller Freude, einfach Sein.


Wie geht es dir, wenn du das liest? Wünschst du dir öfter solche Momente? Ich mir auf jeden Fall schon. Zwei Dinge werden mir wichtig, während ich das scheibe:

· Zeit ist, wie die Natur, kostbar, unbezahlbar und vergänglich. Jeder Mensch hat gleich viel Zeit. Täglich 24 Stunden, in der Woche 168 Stunden. Es ist nicht egal, mit was du deine Zeit füllst. Ich will lernen meine Zeit sinnvoll zu nutzen, statt Multi-Tasking achtsamer sein, die Schönheit, z.B. eines Herbsttages wahrnehmen.

· Vom Herbst lerne ich loszulassen. Wenn ich am Schreibtisch sitze, lasse ich meinen Haushalt hinter mir und fokussiere mich auf die Arbeit. Wenn ich im Garten arbeite, denke ich nicht an meine Mails. Ich lasse gedanklich los und konzentriere mich auf das, was ich gerade tue, dadurch bin ich schneller, ich denke vernetzter und ich werde innerlich ruhiger.

Loslassen macht mich reich, schenkt mir Freiheit. Nur wenn ich loslasse, sind meine Hände frei für Neues, Überraschendes. Nur wenn ich loslasse, kann ich umarmen, helfen und trösten.

Manchmal muss ich auch Menschen loslassen, weil sie aus meinem Leben treten, durch Umzug, Trennung oder Tod. Offen für neue Begegnungen bin ich, wenn ich den anderen loslasse und dankbar wahrnehme, was war. Das ist meist schmerzhaft, zeigt es doch die Verbundenheit. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht, der Kraft kostet, der wichtig ist und sich lohnt. Schweren Zeiten nicht ausweichen, sie stattdessen durchschreiten, loslassen, vergeben, Resilienz üben.


Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, wünsche ich mir einen Teppich voller bunter, oft goldglänzender Zeiten und Begegnungen. Zeiten, die ich bewusst gelebt und erlebt habe, Zeiten und Begegnungen, die mein Leben reich gemacht haben, auch wenn es in den Moment nicht immer danach aussah.

In der Bibel steht:

Alles hat seine Zeit, alles auf dieser Welt hat seine ihm gesetzte Frist: Geboren werden hat seine Zeit wie auch das Sterben. Pflanzen hat seine Zeit wie auch das Ausreißen des Gepflanzten. Töten hat seine Zeit wie auch das Heilen. Niederreißen hat seine Zeit wie auch das Aufbauen. Weinen hat seine Zeit wie auch das Lachen. Klagen hat seine Zeit wie auch das Tanzen. Steine zerstreuen hat seine Zeit wie auch das Sammeln von Steinen. Umarmen hat seine Zeit wie auch das Loslassen. Suchen hat seine Zeit wie auch das Verlieren. Behalten hat seine Zeit wie auch das Wegwerfen. Zerreißen hat seine Zeit wie auch das Flicken. Schweigen hat seine Zeit wie auch das Reden. Lieben hat seine Zeit wie auch das Hassen. Krieg hat seine Zeit wie auch der Frieden…. Dadurch wurde mir klar, dass es das Beste für den Menschen ist, sich zu freuen und das zu genießen, was er hat. Denn es ist ein Geschenk Gottes, wenn jemand isst und trinkt und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann. (Prediger 3, 1-8 + 12-13)

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